Konzept

 

„Bad Honnef tanzt“ ist…2013

Schirmherr Otto Neuhoff zu „Bad Honnef tanzt“:

„Der Gewinn geht an die Schülerinnen und Schüler: Oftmals ist es dringend nötig, dass sie lernen, wie gut es tut, sich gemeinsam zu bewegen und sich dabei anders zu begegnen. Im Idealfall führt diese Erfahrung zu einer lebenslangen Leidenschaft, Sport zu treiben oder sich weiter für die vielfältige Welt des Tanzens zu begeistern. Sie entdecken ihre Potenziale, haben dabei Spaß und soziale Kontakte. Aber auch Bad Honnef gewinnt: Die kleinen und großen tanzenden Menschen machen unsere Stadt bunter und attraktiver. Sie setzen einen deutlichen Akzent hin zu mehr Lebensfreude. Auch deshalb habe ich gerne die Schirmherrschaft übernommen.

Ich bedanke mich beim Stadtjugendring Bad Honnef e. V., der das Festival als Projekt der kulturellen Bildung umsetzt, und der Leiterin Tanzpädagogin Anna-Lu Masch. Sie bewegen das Siebengebirge. Bad Honnef tanzt ist kulturelles Markenzeichen unserer Stadt“

Juni 2015

 

„Bad Honnef tanzt“ ist ein Projekt der Kulturellen Bildung, 2012 angestoßen vom Stadtjugendring Bad Honnef e.V. und seit 2017 mit eigenem gemeinnützigen Verein. „Bad Honnef tanzt“ ist eines der größten und umfassendsten Schultanzprojekte bundesweit. Durch die rasante Entwicklung und den hohen Erfolgsfaktor des Projektes hat Bad Honnef in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht und wurde zu einem Leuchtturm in Bezug auf Kulturelle Bildung und ihre Integration in den Schulalltag. Das pädagogische Konzept und das jährliche Festival sind über die Landesgrenzen hinweg bekannt.

Seit der Gründung im Jahr 2012 haben bis heute über 2.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 3-21 Jahren die Möglichkeit bekommen Tanz, Kultur und Bühne hautnah zu erleben; kostenfrei und mindestens einmal in der Woche für mindestens ein ganzes Schuljahr lang.

Ziel ist es, der Jugend und allen anderen Menschen in Bad Honnef, in den umliegenden Städten und im ländlichen Umland, jenseits aller sozialen Barrieren eine intensive kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Dabei wurden fast alle ansässigen Schulen vernetzt und ein umfassendes Netzwerk mit Kooperationspartnern diverser Institutionen geschaffen.

Die Gruppen, von Kindergärten über Grundschulen, Förderklassen, Integration- und Willkommensklassen oder der Hauptschule bis hin zu Oberstufenklassen erarbeiten mit einer Choreografin im festen Schulalltag ein eigenes Tanztheater. Am Ende des Jahres steht im Rahmen des eigens gegründeten Tanztheaterfestivals die öffentliche Präsentation der Ergebnisse aller Klassen gemeinsam auf großer Bühne.

Hierbei hat sich „Bad Honnef tanzt“ die Aufgabe gestellt, besondere Orte zu bespielen und mit dem zusätzlichen Einladen professioneller Tanzproduktionen die Rezeption von (Tanz-) Kultur zu ermöglichen und die Region kulturell zu bereichern. Das alljährliche Sommertanzfestival ist fester Bestandteil der Kulturlandschaft im Siebengebirge geworden. Betanzt wurden beispielsweise bereits ein Zirkuszelt, eine Kirche, das Arp-Museum, eine Basketballhalle, eine Diskothek, ein altes Schwimmbad, ein leerstehendes Hotel und das Bad Honnefer Rathaus.

Die Musik der Performances wird von einem Musiker in Kooperation mit den Choreografen und SchülerInnen eigens komponiert und oft auch live zur Aufführung gespielt. Eine professionelle CD und eine DVD des Tanzjahres erscheint jährlich in Folge des Festivals.

„Bad Honnef tanzt“ wurde gegründet und seither geleitet von der Bremer Tänzerin und Choreografin Anna-Lu Masch, welche ihre Freude für Bewegung, Musik und Tanz mit Leidenschaft an die jungen Menschen weitergibt. Bis heute konnte sie ihr Team um einige qualifizierte Mitarbeiter erweitern. So arbeiten mittlerweile einige Tanzpädagogen, Musiker und Komponisten, Fotografinnen, ein Filmteam und viele Künstler anderer Sparten in Bad Honnef.

Der kontinuierliche, wöchentliche Tanzunterricht in der Schule fördert die Selbstkompetenz der Schüler, das Gefühl für den eigenen Körper, Fitness, Musikalität und Koordination, aber auch die Kreativität, Selbstverantwortung, Persönlichkeitsbildung und Integration. Grundlagen der Stunden sind Trainingselemente aus dem modernen Tanz, sowie diversen anderen Tanzrichtungen, dabei stehen besonders Übungen im Mittelpunkt, die das Gruppengefüge verbessern oder in Partnerarbeit die körperliche Kommunikation untereinander fordern. Die angeleitete Improvisation ist Ausgangspunkt für Szenen, Rollen und Choreografien. Die Teilnehmer lernen aus ihrer eigenen Kreativität heraus Ideen zu schöpfen und tänzerisch umzusetzen. So entwickelt die Klasse ihr ganz persönliches Stück, welches jedem Schüler die Möglichkeit bietet, sich zu entfalten und zu identifizieren. Der Effekt des gemeinsamen kreativen Schaffensprozesses geht weit über den Tanzunterricht hinaus, erfahrungsgemäß entwickelt sich ein veränderter Umgang untereinander und ein verbessertes Arbeitsklima wird auch in anderen Unterrichtsfächern deutlich.

Das erste Sommertanzfestival im Juni 2013 fand im eigens aufgebauten Zirkuszelt statt, neben sieben Schulklassen standen auch einige professionelle Tanzensembles aus ganz Deutschland auf der Bühne. Das Auftaktfestival lockte bereits über 1.000 Zuschauer auf die Insel. Im Folgejahr wurde die große Basketballhalle am Menzenberg für über 2.000 Zuschauer für zehn Tage in die Festivalbühne verwandelt. Hier standen im Stück „UM-WELT-ICH“ über 300 Kinder und Jugendliche in sozial kritischen Tanzstücken auf der Bühne. Unter den Gruppen auch ein Kindergarten, welcher live von einem Orchester begleitet wurde. Im Jahr 2015 breitete sich das Projekt in die Nachbarstädte Königswinter und Rheinbreitbach aus, die Klassen betanzten den Ratssaal des Bad Honnefer Rathauses, passend zum Thema „Was glaubst du?“. Im Schuljahr 2015/16 erweiterte sich die Reichweite abermals bis in das Rheinland-pfälzische Neuwied, wo Klassen mit blinden und geistig behinderten Kindern in das Projekt integriert wurden. In Bad Honnef wiederum ergänzte eine Gruppe mit Flüchtlingskindern die Klassen des Tanzjahres. Unter dem Motto „Come together“ standen die ca. 300 TeilnehmerInnen generationsübergreifend mit Kindergartenkindern und einer Gruppe tanzender Senioren auf der Bühne. Das Stück erzählte verschiedenste Ansichten und Erfahrungen der TeilnhmerInnen zum Thema „Menschenrechte“. Das Jubiläumsjahr 2017 stand unter dem Motto „Heimat“. Gleich vier Produktionen, darunter zwei Stücke mit ausschließlich Klassen der weiterführenden Schulen, sowie Oberstufenkurse, wurden auf der wiederholt aufgebauten Bühne im Zirkuszelt präsentiert. Das Tanzjahr 2017/18 behandelte das Thema „Zeit“ und setzte mit 300 Grundschülern und einem professionellen Schauspieler als Sprecher das bekannte Kinderbuch „Momo“ von Michel Ende in einer eigenen Fassung Szene. In dem leerstehenden Hotel wurden innerhalb von zwei Wochen eine professionelle Bühne eingebaut und neben „Momo“ weitere Produktionen mit Jugendlichen und Erwachsenen wie „Sacre“, „Element“ und „Spuren“ präsentiert.

In Kooperation mit dem TV Eiche Bad Honnef betreibt „Bad Honnef tanzt“ seit 2012 auch die eigens gegründete Abteilung „Modern Dance“ mit einem Angebot an außerschulischen Tanzkursen. Neben Eltern-Kind-Tanz und tänzerischer Früherziehung auch zwei Jugendtanzkompanien, eine für Mädchen und eine für Jungs, sowie zeitgenössischer Tanz für Erwachsene, Mutter mit Babys und Senioren. Die außerschulischen Tanzkompanien mit bühnenerfahrenen Jugendlichen feierten bereits erfolgreiche Premieren mit einigen abendfüllenden Produktionen. Die Kompanien „BOYS und GIRLS“ feierten außerdem 2016 ihr Debüt auf der großen Bühne der Oper Bonn, begleitet wurden sie hier von dem JugendJazzOrchester Bonn.

Mit ausgebildeten TänzerInnen entwickelt die Profi-Kompanie von „Bad Honnef tanzt“ regelmäßig Bühnenstücke, vorrangig für junges Publikum.

Das Projekt ist ein Netzwerk-schaffendes Großereignis, es baut auf ehrenamtlichem Engagement und arbeitet in den Projekten mit professionell ausgebildeten Künstlern. Die Entwicklung dieses Pilotprojektes verdankt die Stadt dem Einsatz vieler aktiver Künstler und den entstandenen Kooperationen von Schulen, Betrieben und Organisationen dort Ort. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Das Projekt bietet Schulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, sowie weiteren Institutionen der Region die Möglichkeit, ein gemeinsames Ganzes zu schaffen und Menschen zusammenzubringen. Oft finden Schüler Wege und Seiten an sich selbst oder ihren Mitschülern, die sie überraschen. Tanz ist eine nonverbale, körperliche Kommunikation. Sprache, Alter, Religion, sozialer Stand, Aussehen und Geschlecht spielen in der Bewegung keine Rolle.