2014/2015

„Das Siebengebirge tanzt!“

 

„Was glaubst du?“ 

3. Bad Honnefer Sommertanzfestival von 14.-18. Juni 2015 im Ratsaal des Bad Honnefer Rathauses

 

Alle Infos zum Festival hier

 

Flyerhinten Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Motto „Das Siebengebirge tanzt“ weitet sich das umfassende Schultanzprojekt „Bad Honnef tanzt“ im Jahr 2015 auf die Nachbarstädte Königswinter und Rheinbreitbach aus. Das Projekt soll den Austausch und die Zusammenarbeit in der Region und über die Ländergrenzen hinweg stärken und vor allem die ländlichen Gegenden im Umland integrieren.

Sieben Klassen aus den drei Städten in NRW und Rheinland-Pfalz arbeiten das ganze Schulhalbjahr mit einer Choreografin an ihrem ganz persönlichen Tanztheaterstück. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8-16 Jahren bekommen dabei die Möglichkeit, in intensiven wöchentlichen Tanzstunden ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Die drei nebeneinander liegenden Städte verbindet das „Siebengebirge“, welches von Geschichten und Märchen der Gebrüder Grimm geprägt ist.
Hier entstanden und spielten viele der bis heute überlieferten Märchen. Glaube, Märchen, Fabeln und Fabelwesen, Aberglaube, Leben, Tod und Mensch-Sein sind die passenden Themen dazu…

In diesem Jahr besteht ein weiterer Schwerpunkt im interdisziplinären Kontext. Musiker sind in die Entwicklung der Stücke mit eingebunden und geben den TeilnehmerInnen einen weiteren Einblick in künstlerische Schaffensprozesse. Die Aufführungen werden von professionellen, sowie jugendlichen Amateur- Musikern live begleitet werden. Hier bietet sich die Möglichkeit, musikalischen Gestus in der Bewegung sichtbar und physisch fühlbar zu machen und umgekehrt, Ausdruck und Emotion in Klänge, Rhythmen, also in eine musikalische Sprache zu transferieren.

Zusätzlich arbeitet eine außerschulische Gruppe an einem eigenen Stück. Ziel ist die gemeinsame öffentliche Präsentation der Arbeitergebisse aller Gruppen in Form von künstlerisch anspruchsvollen Tanztheaterstücken, welche im Rahmen des jährlich stattfindenden Sommertanzfestival gezeigt werden.

Das gesamte Projekt wird fotodokumentarisch begleitet, die Aufführungen werden mitgeschnitten, zusätzlich werden die wissenschaftlichen Forschungen zum Thema Wirkung und Nutzen kultureller Bildung im Tanz anhand der Entwicklung von „Bad Honnef tanzt“ weiter geführt.

 

 

 

Teilnehmende Klassen 2014/15:

9. + 8.  Klasse Konrad Adenauer Hauptschule Bad Honnef

4. Klasse Gebrüder Grimm Schule Rheinbreitbach

6. Klasse Gesamtschule Königswinter

3. Klassen (OGS) GGS am Reichenberg

„Bad Honnef tanzt – Jugendkompanie“

 

 

 

„Was glaubst du?“ ist die Fragestellung der Bewegungsarbeit im Schuljahr 2015.
Die Teilnehmer sind aufgefordert sich mit ihren Wünschen, Ängsten und Lebensentwürfen auseinanderzusetzen und über den Austausch ein gemeinsames Bewegungs-Vokabular zu finden, welches für die Abschluss-Präsentation genutzt werden kann. Das Besondere an der Arbeit ist das Aufeinandertreffen von fünf Klassen verschiedener Schulen sein. Sie werden vorerst getrennt voneinander in das Thema einsteigen, bevor ein Kennenlernen über die Grenzen der Stadt und des Bundeslandes hinaus stattfindet. Ziel ist es, in einer finalen Projektwoche ein gemeinsames Tanztheater zu erarbeiten, welches von allen 100 Kindern und Jugendlichen gemeinsam aufgeführt wird. Dabei findet jede der Klasse einen weiter vertieften Schwerpunkt in der Ausgangsfrage. Die Siebt- und Neunt-Klässler der Konrad Adenauer-Hauptschule beschäftigen sich mit Glaube und Religion. In ihren Familien und im Bad Honnefer Leben werden sie Interviews zur Themenfindung durchführen und so einen spannenden Einblick in die verschiedenen Kulturen und Religionen bekommen. Geplant ist auch der Besuch von Gotteshäusern und Glaubensgemeinschaften der verschiedenen Religionen. In der Schülerschaft herrscht eine große kulturelle und religiöse Vielfalt, welche das Projekt aufgreifen wird. Die 6. Klasse der Gesamtschule Königswinter hingegen forscht nach Mythen und Riten, sowie nach Aberglaube und Tradition. Was steckt dahinter? Wo kommen sie her und an was halte ich mich? Grundschüler aus Rheinland-Pfalz beschäftigen sich mit Märchen und Geschichten.
„Was glaubst du?“ kann ein modernes Märchen aus der heutigen Zeit werden, welches aus den Persönlichkeiten der Kinder entwickelt wird und von der heterogenen Gruppe gemeinsam getanzt wird. Religion, Aberglaube, Märchen oder moderne Superhelden…?

Tanz verbindet und soll hier die Chance bieten, ein gemeinschaftliches Ganzes zu erschaffen, während durch den intensiven Prozess trotzdem die persönliche Identifikation mit dem Projekt und dem Stück bestehen bleibt.

 

 

Grundschüler der GGS am Reichenberg in Bad Honnef sprechen über den Tod und ihren persönlichen Umgang damit, bzw. ihre Vorstellung von diesem. Auf der Bühne zeigen sie die Ergebnisse vertanzt zu einer selber adaptierten Version von Schuberts „Der Tod und das Mädchen“.
Die dramatische und musikalisch komplexe Komposition fordert geradezu dazu auf, im interdiszplinären Kontext von Musik und Tanz zu arbeiten.
Der inhaltlich und formalen Gegenüberstellung der Figuren vom Tod und dem Mädchen geht zunächst eine getrennte Arbeit der Gruppen voraus: die musikalische Grundstruktur der Pavane ist Motor der Bewegung und wird als solche zunächst im Rhythmischen erfahrbar gemacht. Melodische Motivik, Textkorrespondenzen und Zuordnungen zu den Gegenspielern sowie aktive Hör-Schulung zum Erkennen der Phrasenverläufe und formalen Abschnitte bieten eine Grundlage für tänzerisches Gestalten. Auf dieser Basis kann dann eine tänzerisch-dramaturgische Gestaltung erfolgen, die auch immer wieder percussiv aufgelöst und/oder begleitet werden kann. Bezüge zu bildlichen Darstellungen Tod und Mädchen aus dem Mittelalter als auch Vorstellung einer Pavane können den künstlerischen Kontext erweitern.

 

 

In „Farbulus“ tanzen 12 jugendliche Mädchen und Jungen zwischen 8 und 17 Jahren außerschulisch am Nachmittag, begleitet werden sie dabei von 12 jugendlichen Musikern mit Holzblasinstrumenten. Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich mit ihren Wünschen, Ängsten und Lebensentwürfen auseinanderzusetzen und über den Austausch ein gemeinsames Bewegungs-Vokabular, sowie musikalische Begegnungspunkte zu finden, welches für die Abschluss-Präsentation genutzt werden kann. Das gemeinsam entwickelte Bewegungsvokabular steht dabei immer im Kontext zum musikalischen Gestus und wird interdisziplinär erfahrbar gemacht. Methoden der Umsetzung können dabei sein: Rollentausch Tanz-Musik, gemeinsame Unterrichtsstunden auf Bewegungsebene, sowie gemeinsame Improvisationen mit Tanz und Musik. Die Gruppe probt wöchentlich gemeinsam. Die zwei Probenräume machen ein zeitweiliges Trennen der Gruppe möglich. Der Unterricht findet immer im Zweier-Team statt, eine Tanzkünstlerin, sowie eine Musikpädagogin mit Holzblasinstrument. In der Umsetzuung widmen wir uns den Fragen: Wie setzen wir eine Bewegung oder Szenerie in Klänge und Rhythmen um? Oder welche Klänge und Rhythmen führen uns in eine Bewegung hinein?

Das Projekt startet mit einem intensiven Kennenlernwochenende, an welchem die TeilnehmerInnen ihren persönlichen „Farbulus“, eine Ganzkopfmaske, bauen. Der Workshop zum Bau der Baseler-Fastnachts ähnlichen Masken zielt darauf ab, ein Fabelwesen zu entwickeln, welches sich gezielt weg bewegt von menschlichen Attributen und dennoch den Persönlichkeiten der DarstellerInnen entspringt. „Welche meiner Eigenschaften kann man überspitzt darstellen?“, „Wie wäre ich als fabelhaftes Wesen?“ oder „Welche Superkräfte hätte ich gerne?“ Formen und Farben geben den Wesen ihren eigenen Charakter. Im weiteren

Verlauf geht es darum, Bewegungsmaterial zu der eigenen Maske zu finden und in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich eine Körpersprache zu festigen. Zu jedem Tänzer und seiner Maske gesellt sich für diesen Prozess auch ein Musiker, welcher mit seinem Instrument die „Sprache“ für die Maske entwickelt und diese so auf Klangebene verkörpert. Musiker und Tänzer „bauen“ so je einen gemeinsamen „Farbulus“ aus ihren Charakteren. Die 12 „Farbulusse“ treffen in dem zu entwickelnden Stück aufeinander und erzählen ihre Geschichten mit Bewegung und Musik. Was wird bei einem Aufeinandertreffen in der Fabelwelt geschehen….?

 

 

„TonSalabum“: Menschen erfinden Maschinen, Menschen benutzen Maschinen … und manchmal sind Menschen wie Maschinen.
Auf der Bühne steht eine große Spieluhr. Sind die Figuren darauf Musiker oder ist das Ganze eine Maschine? Die Kinder auf der Bühne spielen mit der Spieluhr, geraten unversehens an einen Mechanismus und mit einem lauten Knall bricht die Spieluhr auseinander. Die Spieluhr-Figurinen fallen herab und werden lebendig: sie entledigen sich der vielen Kleiderschichten und erkunden den neu gewonnenen Raum. Damit beginnt ein improvisatorisch anmutendes Spiel mit Klängen und Tönen, das verschiedenste Objekte aus den Einzelteilen der Spieluhr hervorkommen lässt und bewegt oder von den Kindern bewegt wird. Die Kinder finden im Spiel zu immer neuen Ideen – ob das gut ausgehen kann? Die Spieluhr-Teile verbergen viele Uberraschungen und auch die Spieluhr-Puppen verwandeln sich immer wieder zu Menschen, die eigene Ideen haben und diese in Töne und Klänge umsetzen. Bis zuletzt wissen weder die Kinder auf der Bühne noch im Zuschauersaal ob hier Puppen lebendig geworden sind oder machen sich die Musiker einen Spaß und spielen eine Puppe? Und die ver-rückte Spieluhr trägt noch zum Verwirrspiel bei…
Die sechs Bagatellen von G.Ligeti bilden in sich geschlossene musikalisch-architektonische Miniaturen, die jede für sich eine eigene Geschichte erzählen.
So wird die musikalische Form auch zur Form der Spieluhr-Geschichte: Die Hauptdarsteller der Geschichte sind zwei Kinder, welche von einer Tänzerin und einem Pantomime-Künstler gespielt werden. Die Spieluhr-Figurinen werden von den MusikerInnen des Bläserquintetts Quintole dargestellt
Zeitgenössischer Tanz und Pantomime machen den musikalischen Gestus der Motive in der Bewegung sichtbar.
Die DarstellerInnen der Produktion leiten im Schulhalbjahr vor der Aufführung verschiedene Workshop-Gruppen an Schulen in den drei Städten an. Die aufführungsvorbereitende Arbeit schließt mit dem gemeinsamen Besuch der Aufführung ab. Außerdem werden die Kinder aktiv in die Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung des Kinderkulturfestes eingebunden.

 

 

TonSalabum wird im Rahmen des festivaleröffnenden Kinderkulturfestes im Park am 9. Mai 2015 bereits vorgestellt. Durch das Integrieren eines professionellen Gastspieles bietet „Bad Honnef tanzt“ so auch Möglichkeit der Rezeption. Für das ganztägige Fest werden verschiedene „Kultur-Stationen“ Open Air eingerichtet, an denen Kinder und Jugendliche Tanz-Bewegung und Musik erleben können. Die tanzenden Klassen sind dabei als Darsteller und Anleiter in das Kinderkulturfest mit eingebunden. Die Masken aus „Farbulus“ führten durch das Programm. Der Parcours besteht aus folgenden Stationen: 1.Hörstationen mit Instrumenten des Bläserquintetts (2-5 Instrumente, 1 Bodypercussion) Hier werden die Instrumente in Verbindung mit Ausschnitten aus den im Stück „TonSalabum“ verwendeten Musikstücken vorgespielt und mit Höraufgaben in Verbindung gebracht. Z.B: „gemalte Klänge“: Tonhöhenverlauf malen (hoch,tief, stark, schwach). Außerdem gibt es ein „walking piano“ (Teilnehmer können Trittsteine berühren, dann erklingt ein Ton, der live von einem Instrumentalisten gespielt wird). 2. Aktions-/ Bewegungsstationen (Tanz, Physical Theatre) Hier geht es um kurze Bewegungssequenzen und improvisatorische Entwicklung von Bewegungsvokabular im inhaltlichen und musikalischen Kontext von „TonSalaBum“.